Die Nachtkrähen kommen

Claudia Toman hat schon viele Cover erstellt. Doch ich finde, diesmal hat sie etwas ganz besonderes gezaubert. Hier ist das Cover der Nachtkrähen.

NachtkrähenEBook kleinSeit einer Party muss sich Hanna an jedem Abend bei Sonnenuntergang in eine Krähe verwandeln. Zum Glück hilft ihr der charmante Nicolas, nimmt ihr die Angst vor dem Leben und zeigt ihr, was es heißt, eine Nachtkrähe zu sein. Er hilft ihr zu fliegen. Gemeinsam mit ihm stiehlt sie sich heimlich aus dem Fenster und kreist im nächtlichen Himmel über Berlin, schwerelos und frei.
Doch ihr neues Leben ist gefährlich. Schwer bewaffnete Krähenjäger bedrohen sie auf ihren Streifzügen durch die Nacht. Das hatte Nicolas nicht erwähnt: Von dem Moment an, an dem sie sich verwandelt hat und zur Nachtkrähe wurde, ist auch Hanna eine der Gejagten.
Als Nicolas angeschossen wird, würde Hanna am liebsten zurück in ihr altes, sicheres Leben. Doch als Jasper, der Jüngste der Nachtkrähen, von den Krähenjägern entführt wird, als Nicolas aufbricht, um den übermächtigen Feinden Jasper ganz allein wieder abzujagen, muss Hanna sich für ein Leben entscheiden.
Nachtkrähen ist der erste Teil einer Trilogie, am zweiten Band schreibe ich bereits.

Deal mit Dorian?

Eigentlich sollte er ja Dennis heißen. Doch ein kurzes Meinungsbild auf facebook ergab, dass Dorian ein viel besserer Name für die männliche Hauptperson ist. Und das wäre er dann, der Dorian, noch ganz roh und unlektoriert.

Deal mit Dorian

EINS

„Wie viel?“ hörte ich seine Stimme. Dorians Stimme. Ich stand an der Wand im Schatten des Schulgebäudes, und trank Wasser, das ich mir frisch aus dem Wasserhahn in meine Flasche gefüllt hatte. Mit geschlossenen Augen genoss ich die Kühle. Es war dieser Sommer, in dem die Hitze wochenlang zäh wie Sirup über der Stadt klebte. Sie brachte den Asphalt zum Glühen, drang in die steinernen Wände unseres Schulgebäudes ein und nistete dort. Man konnte nicht anders als sie auf der Haut zu spüren, sie mit jedem Atemzug einzuatmen, sie war überall.
Die Hofpause hatte uns alle ins Freie getrieben, raus aus den Klassenräumen, den Gängen, in denen die Hitze noch unerträglicher war. Dorians Stimme tanzte über das Gemurmel, Getuschel, Gelächter der anderen Schüler und Schülerinnen hinweg und verlangte Aufmerksamkeit. „Hey du, Cara, dich meine ich!“, rief er zu mir hinüber. Zu mir? Was war das denn? Natürlich kannte ich Dorian, jeder hier kannte Dorian. Doch wir lebten in unterschiedlichen Welten und an normalen Tagen kam er genau so wenig auf die Idee, mit mir zu sprechen wie ich mit ihm. Was war heute anders? Mein Blick hatte ihn längst gefunden, auch wenn er nicht rothaarig war, so wie ich. Da stand er, Dorian, auf dem kleinen, von tausend Schülertritten kahlen Hügel, der den alten Baum umgab und hatte sich lässig mit der Schulter an den Stamm gelehnt. Wie schaffte er es als einziger, nicht total fertig von der Hitze auszusehen? Mit hatte mein Schluck Wasser nicht geholfen. Die süße Sharon mit den blonden Locken und den Schmollmundlippen stand neben ihm. Nein, sie stand nicht, sie hatte sich an ihn geschmiegt, als sei sie eine Rankpflanze, die sich an ihm emporwinden wollte.
„Du bist doch Cara, oder?“. Sein Kopf wippte ein winziges Bisschen in den Nacken, wie, um die Worte zu mir hinüber zu werfen. Die Haarsträhne, die er dabei normalerweise aus der Stirn geschüttelt hätte, fehlte, seit er aus dem Krankenhaus zurück war. Er sah so fremd aus, als hätten sie einen unbekannten Bruder von ihm zurückgeschickt. Um Dorian herum standen seine Leute. Es war leicht, zu erkennen, wer dazu gehörte. Seit er wieder in der Schule war, trugen sie die gleichen Hosen, die gleichen bis zum Ellenbogen aufgekrempelten, Hemden und sogar fast den gleichen Haarschnitt wie er. Dorian in Blond, in Braun, in schwarzhaarig standen da, wie Variationen von Barbies Ken. Seine mehr oder weniger gelungenen Klone lachten über den Witz, von dem ich offenbar nichts mitbekommen hatte.
Sie starrten mich an. Alle. Ihre Blicke juckten auf meiner Haut. Und nur weil Dorian aus der Menge der Schülerinnen eben gerade mich angesprochen hatte. Warum mich? Welches Spiel trieb er jetzt wieder? Ich schraubte die Wasserflasche zu. „Wie viel was?“, rief ich zurück. Genau so laut wie er. Nicht einschüchtern lassen. Wer eingeschüchtert ist, den zerreißen die Hunde.
„Wie viel willst du für ein Wochenende mit mir?“

NaNoWriMo 2014 – geschafft!!!!

Winner-2014-Web-BannerDas war es. Der NaNoWriMo 2014 wäre geschafft. Holprig und gerade so, aber auch in diesem Jahr habe ich im November die geforderten 50.000 Wörter geschrieben. Eine neue Geschichte ist entstanden, oder besser gesagt, der Rohbau dazu. Aber, wie sagt schon Titus Müller, unter anderem in seinem Buch „Vom Abenteuer, einen Roman zu schreiben“?: „Habe ich schon erwähnt, dass das größte Geheimnis des Schreiben ist, dass man dranbleibt, weitermacht, nicht aufgibt? Ein schlechtes Manuskript kann man am nächsten Tag überarbeiten. Ein leeres Blatt Papier nicht.“ Nun, ich muss noch viele, viele Tage überarbeiten, denke ich, bevor ich die Geschichte von Hanna und der Krähe veröffentlichen kann. Aber ein leeres Blatt habe ich wengistens nicht mehr. (Und wen es interessiert: Den Spruch von Titus Müller habe ich ausgedruckt bei mir an der Wand hängen.)

Darum wird es in dem Roman gehen:  Hanna begegnet nach einem heftigen Streit mit ihrem Freund nachts auf der Straße einem geheimnisvollen Fremden. Als er sie vor einer Gefahr rettet, ahnt sie noch nicht, das der sich in eine Krähe verwandeln kann. Und noch weniger ahnt sie, dass sie selbst bald das aufregende und gefährliche Leben der Nachkrähen, wie sich diese Gestaltwandler nennen, genauer kennen lernen wird als ihr lieb ist. DIe Geschichte wird wahrscheinlich in und über Berlin spielen.

Dass ich mit dem Endergebnis nicht so zufrieden war, lag hauptsächlich an der mangelnden Vorbereitung. Ich hatte einfach zu wenig über die entstehende Geschichte nachgedacht. Der neue Roman braucht zwei Handlungsstränge. Einer ist die Liebesgeschichte zwischen Hanna und Nicolas, den hatte ich ganz gut im Griff. Die Probleme, die die beiden zu bewältigen haben, entstehen aus dem zweiten Handlungsstrang. Da liegt noch viel Arbeit vor mir. Es ist wichtig, sich ganz genau zu überlegen, was der Antagonist, also der Böse im Hintergrund, der die Hauptfiguren bedroht, eigentlich will. Man vergisst das gerne, wenn der Antagonist nicht direkt in Erscheinung tritt. So ist mein zweiter Handlungsstrang im Moment eigentlich noch gar kein Strang, sondern es sind nur ein paar zusammenhanglose Ereignisse. Hier werde ich in den nächsten Wochen die Hauptarbeit haben. Aber, was solls, ich habe ja auch erst 30 Tage an der Geschichte geschrieben.

Mit der Liebesgeschichte zwischen Hanna und Nicolas bin ich schon recht zufrieden. Meine Lieblingsstelle im Moment ist die hier:

„Was ist, wenn ich abstürze?“, fragte ich.
„Du stürzt nicht ab“, sagte er.
„Woher willst du das wissen? Hier oben gibt es nicht mal ein Geländer.“
„Ganz einfach: Wenn du rutschst, wenn du wirklich über die Kante rutschst,
dann breitest du einfach die Flügel aus und fliegst.
Und ich fliege mit dir.“

NaNoWriMo 2014

Die Rohfassung eines neuen Romanes zu schreiben ist ein Abenteuer. Doch wie die meisten Abenteuer ist es nur in der Rückschau spannend. Dann nämlich, wenn man die langweiligen Passagen, die Strapazen und die MoNaNo 214 Heft Fotomente, in denen man einfach nicht wusste, wie es weiter gehen soll, weglässt. Jedes Jahr im November tun sich weltweit Autoren und welche die noch nicht wissen, dass sie welche sind, zusammen, und überwinden diese Strapazen gemeinsam. Vor einem weißen Bildschirm zu sitzen ist nicht halb so schlimm, wenn man weiß, dass es gleichzeitig es noch tausende andere tun. Und auch die „nicht so tollen“ Sätze, die leider die einzigen sind, die einem einfallen, schreibt man auf, weil man sonst die geforderte Anzahl von 1667 Wörtern pro Tag nicht voll bekommt. Natürlich konnte ich mir diese Gelegenheit, relativ schmerzfrei in den Besitz einer nagelneuen Romanrohfassung zu kommen, auch in diesem Jahr nicht entgehen lassen.

Mein Nanowrimo-Projekt in diesem Jahr soll wieder, wie schon Schattenblüte, romantische Fantasy werden. Meine Hauptfigur wird auf einen Mann treffen, der sich in eine Krähe verwandeln kann. Denn, wenn schon Gestaltwandler, warum dann nicht auch einer der Fliegen kann? Passend zu der Grundidee habe ich tolle Sticker bei zazzle gefunden und schon vor einer Weile bestellt. Jetzt kann ich mich an jedem Tag, an dem ich die 1667 Wörter schaffe, mit einem so tollen runden Aufkleber belohnen. Die Aufkleber kommen, wie schon im letzten Jahr, in das NaNoWriMo-Heft. Darin kann ich täglich meinen Schreibfortschritt festhalten. Und für jede erreichte tausend Wörter gibt es ein Herzchen.

Nano 2014 Schreibkiste FotoNeu in diesem Jahr ist meine Schreibkiste. Da ich mit dem NaNoWriMo-Projekt des letzten Jahres noch nicht ganz fertig bin, muss ich also ab und an zwischen den beiden Geschichten hin und her wechseln. Es gibt also für jede Geschichte eine Pappkiste, die so groß ist, dass alles hineinpasst, was zu der jeweiligen Geschichte gehört. Notizzettel, A4-Ausdrucke, das NaNo-Heft, Bücher zum Thema, Gegenstände die mich inspirieren, einfach alles. Früher habe ich versucht, alles was zu einer Geschichte gehört, in einem Ordner abzuheften. Doch dann scheiterte ich regelmäßig an abgerissenen Zettelchen, auf denen ich schnell eine superwichtige Idee notiert hatte, Broschüren zum Thema und Ähnlichem. Ich glaube ich werde noch eine Weile bei meinen Schreibkisten bleiben. (Falls es euch interessiert: Meine sind von Ikea.)

So. Und jetzt werde ich mal meine Krähen-Schreibkiste öffnen und loslegen mit der Geschichte von Hanna, die Nicolas trifft. Auch wenn die Hauptfiguren bestimmt zwischendurch zigmal den Namen ändern werden.

NaNoWriMo 2013 – Rückblick

2013-Winner-Facebook-CoverJetzt habe ich also NaNoWriMo „gewonnen“. Ich habe mehr als 50.000 Wörter in einem Monat geschrieben. Das bedeutet, sich jeden Tag hinzusetzen und zu schreiben. Wenn es noch nicht gereicht hat, zurück an den Schreibtisch, noch mal hinsetzen und notfalls abends nach dem Abendessen noch mal, so lange, bis dieser verflixte Tageswörterzähler bei Erreichen der 1667 Wörter endlich grün wird.  Am nächsten Tag das gleiche. Und was habe ich davon? Tja. Vielleicht war alles unnütze Zeitverschwendung? Vielleicht kann ich gar nicht schreiben, vielleicht werde ich nie wieder ein Buch veröffentlichen, vielleicht war es nur reines Glück, dass die Schattenblüten-Trilogie gedruckt wurde vielleicht….

Was habe ich denn nun wirklich von meiner Teilnahme am NaNoWriMo – außer den schmerzenden Händen vom vielen Tippen natürlich?

2013-Winner-Vertical-BannerEinen Monat lang konnte ich mich mitreißen lassen von der Euphorie, die über 300.000 Menschen weltweit verbreitet haben. Einen Monat lang haben die Zweifel in meinem Kopf (siehe oben) mal die Klappe gehalten. Und jetzt, am Ende des NaNo-Experiments habe ich ein neues Manuskript, zwar struppig und mit ein paar kleinen und größeren Schlaglöchern im Erzählfluss, aber unverkennbar ein Manuskript. 52737 Wörter, von denen ich die meisten in den ersten 25 Novembertagen geschrieben habe. Ich hätte nie gedacht, dass das tatsächlich so schnell geht, ehrlich nicht. Demnächst muss ich mich also ans Stopfen der Löcher, ans Bügeln der Knitterfalten im Text und am Ende ans Hochglanzpolieren machen. Aber erst einmal steht Weihnachten vor der Tür, eine gute Zeit das Manuskript ruhen zu lasen und Abstand zu gewinnen. Und dann, im nächsten Frühling, wenn es fertig überarbeitet ist, dann kann mein NaNo-Manuskript die Reise durch die Verlage antreten. Und mit etwas Glück wird dann ein Buch aus dem, was ich da geschrieben habe im November.

Zweitens habe ich endlich das Planen gelernt. Weil ich ja, den Regeln nach, erst genau am ersten November mit dem eigentlichen Schreiben des Textes anfangen sollte, hatte ich die Zeit vorher zum planen genutzt. Das heißt, ich hatte zum ersten Mal aufgeschrieben, was ich schreiben wollte. Und zwar alle Beschreibungen für alle Menschen die in der Geschichte vorkamen und alle Szenen. Nicht nur die ersten paar Szenen am Anfang, in der Hoffnung, dass mir die weiteren Szenen dann schon beim Schreiben einfallen würden. Alle! (Okay, ein paar sind mir dann trotzdem zusätzlich noch beim Schreiben eingefallen, aber das ist ja auch in Ordnung so.) Und, ja, es macht das Schreiben wirklich einfacher, besonders, wenn man sich zu Beginn jeder Szene noch mal überlegt, was man eigentlich schreiben will. Fazit wäre sozusagen, dass ich offenbar insgesamt schneller schreibe, wenn ich NICHT schreibe. Jedenfalls wenn ich nicht gleich mit der ersten vagen Idee im Kopf drauflos schreibe, sondern stattdessen erst einmal vernünftig plane.

Und da wäre noch ein Drittes, was ich als „Gewinnerin“ vom NaNo 2013 mitnehme: Ich durfte das Schreib-Programm „Scrivener“ zum halben Preis kaufen. Diese Chance habe ich natürlich, neugierig wie ich bin, genutzt. Scrivener, heißt es, erleichtert die Planung einer Geschichte und hilft, die Übersicht über ein Manuskript zu behalten. Ich hoffe also darauf, in Zukunft keine Zettel mit Szenenideen mehr an meine Tür zu kleben, sondern virtuelle Zettel auf einer virtuellen Pinnwand herumschieben zu können. Mehr zu Scrivener werde ich aber erst erzählen, wenn ich es auch getestet habe.

Für mich hat sich der NaNoWriMo auf jeden Fall gelohnt!

Self-Publisher-Stammtisch in Berlin

Abendmahl ohne Leonardo 1414719_1397869617120012_533472459_nBücher werden von Verlagen gemacht. Normalerweise. Als Autorin verfasst man den Inhalt, die Agentin vermittelt an einen Verlag, der Rest der Buchherstellung liegt in den Händen des Verlages. Lektorinnen kümmern sich um Lektorat und Redaktion, die Herstellungsabteilung bringt alles in ein hübsches Seitenbild. Um die gedruckten Seiten herum kommt ein Cover, das erstellen zu lassen wieder in den Händen einer anderen Verlagsabteilung liegt. Der Klappentext ist ebenso wie der Titel im Wesentlichen auch wieder Sachen des Verlages, des Verlages, der anschließend die Werbeaktionen plant und das Buch in die Buchhandlungen bringt.
Ein ganzes Team an Spezialisten, die dafür sorgen, dass am Ende ein fertiges Buch entsteht.

Im Normalfall. Das ist nämlich mittlerweile nicht mehr immer so. Im letzten Monat habe ich eine kleine Gruppe mutiger Autoren und Autorinnen kennengelernt, die nehmen das alles selbst in die Hand. Daphne Unruh, die gerade „Schattenmelodie“ den zweiten Band der „Zauber der Elemente“- Reihe veröffentlich hat, hatte mich eingeladen, einmal beim Berliner Self-Publisher-Stammtisch mit dabei zu sein. Es war wirklich spannend, die Geschichten der Autorinnen und Autoren auf ihrem Weg zum Self-Publishing-Erfolg zu hören. Von Hartz IV zur Bestsellerautorin, wo gibt es das sonst schon? Und sie machen wirklich alles selbst. Einige wie Daphne, schreiben nicht nur Geschichten, sondern erstellen auch ihre Cover selbst. Andere, wie z. B. Michael Meisheit, lassen sich die Cover nach eigenen Vorgaben designen. Allen gemeinsam war jedoch, dass sie selbst entscheiden, welchen Titel ihr Buch haben soll, was das Titelbild sein soll, wo und wie geworben wird und was es kosten soll. Die Self-Publisher, die ich kennengelernt habe, müssen sich auch um das Lektorat selbst kümmern, etwas was ja sonst auch ein Verlag übernehmen würde.

Lektorat. Ich muss zugeben, ich hatte eine Menge Vorurteile gegenüber selbst publizierten E-Books. Zu oft sind mir halb fertige Machwerke ohne Rechtschreibkorrektur und ohne erkennbares Lektorat auf meinen E-Book Reader geraten, die von der Geschichte her vielleicht ganz spannend hätten werden können, aber in dem Zustand, in dem sie angeboten wurden, das Wort „Buch“ einfach noch nicht verdienten. Nun gut, vielleicht hätte ich nicht immer bei den Umsonst-Angeboten zuschlagen sollen, da bin ich wohl selbst schuld. Ein Lektorat kostet eben Geld, das dann über den Buchpreis wieder herein kommen muss. Inzwischen jedenfalls habe ich eine Menge anderes gelesen, spannende Geschichten, die denen aus den Verlagen in nichts nachstanden. Mit Kira Gembri zum Beispiel konnte ich „Verbannt zwischen Schatten und Licht“ tauschen, das zu lesen mir viel Spaß gemacht hat. Daphnes „Schattenmelodie“ habe ich jetzt auch, nachdem wir schon den ersten Band, „Himmelstiefe“ getauscht hatten. Und als Nächstes muss ich mir unbedingt etwas von Eileen Janket besorgen, die ja auch in meinem Lieblingsgenre schreibt. Schade, dass ich keine Gelegenheit hatte, auch noch mal ausführlicher mit Nika Lubitsch und Rebecca Cantrell zu sprechen, die ein bisschen weiter weg saßen. Und wie ihr auf dem Foto seht, war selbst Matthias Mattig, der „Self-Publishing-Pabst“, zugegen.

(c) des Fotos: Mike Beuke

NaNoWriMo 2013 – Halbzeit

2013-Participant-Vertical-BannerWie läuft er jetzt, mein erster NaNoWriMo? Eigentlich wollte ich natürlich schon nach der ersten Woche eine Art ersten Eindruck schreiben, aber, tut mir leid, dazu hatte ich gar keine Zeit. Überhaupt keine! Ich bin nämlich ganz in meiner Geschichte versunken. Zum ersten Mal schreibe ich etwas, das Szene für Szene geplant ist und komme nicht dauernd ins Stocken, weil ich mich nicht entscheiden kann, wie es von dem Punkt aus weiter gehen soll. Ich habe auch ausprobiert, dass es mir hilft, an jedem Morgen zusätzlich zu notieren, was genau in der Szene passieren soll, die vor mir liegt. Dann kann ich schon mal kleine Konflikte und Wendungen skizzieren und das, was ich bereits einmal kurz durchdacht habe, schreibt sich anschließend so viel leichter.

Eigentlich hatte ich also einen guten Start. Die Szenen passten aneinander, ich kam nicht ins Stocken, irgendwas stimmte aber mit meiner Geschichte immer noch nicht. So am dritten Schreibtag dann teilte mir meine Hauptfigur endlich mit, warum sie die ganze Zeit handelt wie sie handelt. Das gab der Geschichte, an der ich so lange schon „herumgedacht“ hatte, endlich die Tiefe, die ich vermisst hatte. Damit hätte sich der NaNo also schon gelohnt. Ich hätte sozusagen aufhören können. Ziel erreicht. Das habe ich natürlich nicht, denn es gibt noch einen anderen Aspekt, der ganz wichtig ist: NaNo macht nämlich Spaß!

Es macht Spaß, zu sehen, wie der Strahl auf der Anzeige mit den geschriebenen Wörtern Tag für Tag länger wird. (Hey, ich habe die 30.000 geknackt!) Und es macht Spaß, fertig zu werden. Jeden Tag. Wenn der Balken für die Wörter an dem jeweiligen Tag grün ist, kann ich Tee trinken und ohne schlechtes Gewissen etwas anderes machen. Und trotzdem schreibe ich auf magische Weise schneller, als ich sonst geschrieben habe. Ob das an den „Pep-Talks“ liegt, den aufmunternden Texten, die erfolgreiche Autoren für uns NaNos geschrieben haben? Heute war wieder einer in meinem NaNo-Briefkasten. Oder liegt es an dem Gefühl, Teil einer Gemeinschaft zu sein? Vielleicht sind es auch die roten Herzchen, die mir meine jüngste Tochter für jeweils geschriebene 1000 Wörter in mein extra angelegtes NaNo-Heft klebt. Ich weiß es nicht. Aber es funktioniert.

Ein Problem habe ich nur. Ich habe vor lauter Begeisterung so schnell geschrieben, dass ich jetzt schon, nach etwas über 30.000 Wörtern, eigentlich am Ende meiner Geschichte angelangt bin. Die restlichen Wörter muss ich dann wohl zwischen das quetschen, das ich schon geschrieben habe. Die Maxime: „Weiter schreiben, nicht überarbeiten!“ funktioniert für mich also NICHT. Denn wenn ich das lese, was ich da in den Tagen zuvor geschrieben habe, stelle ich fest, dass wirklich ganze Sätze fehlen. Die habe ich wohl irgendwie beim Schreiben gedacht aber leider nicht aufgeschrieben. Neue Wörter haben also noch ausreichend Platz.
So, das war es als kurzer Zwischenstand. Ich muss nämlich jetzt leider unbedingt meine Geschichte weiter schreiben. Dringend!
Liebe Grüße

Nora Melling alias Rosalina Rabenfeder

Ursprüngliche Version der Szene: Luisa lernt Elias kennen

Dies ist ein Ausschnitt aus einer alten Fassung von Schattenblüte Teil zwei, der später dann „Die Wächter“ genannt wurde. Elias wird in dieser Fassung als Lottis Babysitter eingeführt und nicht als Mitarbeiter im Krankenhaus. Luisa hat in der Szene davor gerade von ihrer Mutter erfahren, dass ihr Vater nicht zu seiner Familie zurückkommt und ist entsprechend aufgewühlt. Erst läuft sie aus ihrer Wohnung, dann besinnt sie sich, dreht um und will mit Anja sprechen, der Mutter von Lilli und Lotti, die im selben Haus unter ihr wohnt.

Diese Szene hat dann letztendlich so doch nicht in das Buch gepasst, und so lernt Luisa im fertigen Buch „Die Wächter“ einen ganz anderen Elias in einer anderen Situation kennen.

Trotzdem viel Spaß mit dem ursprünglichen Elias im Kinderzimmer!     

 Luisa lernt Elias kennen  © Nora Melling

Rasch drehe ich mich um und laufe die Treppe wieder hinauf,  meine Schritte hallen auf den Stufen und die eisig weißen Wände im Hausflur spielen sich das Klappern meiner Schuhsohlen zu. Dann endlich stehe ich atemlos vor Anjas weißer Tür. Ich drücke die Klingel und warte direkt vor dem Türkranz aus getrockneten Blättern, Goldflitter und Gewürzen, dass den Türspion umrankt. Trotzdem nehme ich den Duft von Zimt, Nelken und Orangeschalen kaum wahr. Ich warte, reibe mir die Tränen von den Wangen, schnäuze mir die Nase und klingele noch einmal. Als ich hinter der Tür Stimmen höre, helles Lilli-Lachen und doch keine Schritte in meine Richtung, als ich weiß, dass sie da sind und niemand mich einlassen will, hämmere ich mit der Faust gegen die Tür. Ich hole gerade zu einem weiteren Schlag aus, als die Tür aufschwingt und jemand direkt vor mir im Türrahmen steht. Jemand der nicht Anja ist. Ursprüngliche Version der Szene: Luisa lernt Elias kennen weiterlesen

Mein Schreibplatz

Ich habe es getan: Ich habe an diesem Wochenende meinen Schreibplatz aufgeräumt. Ab und zu tue ich das auch freiwillig, aber diesmal gab es einen besonderen Grund: Ricarda von Herzgedanke hat zum Welttag des Buches eine Aktion zum Theman Schreibplätze gestartet, um Lesern zu zeigen, wo genau Bücher entstehen. Hier also schreibe ich die Schattenblüten-Bücher. Natürlich freue ich mich sehr über die Ehre, bei Ricardas Aktion dabei gewesen zu sein. Hier entlang geht es zum Schreibtische gucken. Außerdem hat Ricarda noch auf Facebook ein Fotoalbum mit Autorenschreibplätzen eingerichtet. Viel Spaß beim Gucken!